Solarthermie bezeichnet die Umwandlung von Sonnenstrahlung in nutzbare Wärme. Anders als Photovoltaik erzeugt sie keinen Strom, sondern erwärmt über Kollektoren auf dem Dach eine Flüssigkeit, deren Wärme an einen Speicher im Gebäude abgegeben wird.
Aufbau einer Anlage
Zum System gehören die Kollektoren, der Solarkreis mit frostsicherer Wärmeträgerflüssigkeit, eine Umwälzpumpe mit Regelung und der Speicher. Die Regelung schaltet die Pumpe erst, wenn der Kollektor wärmer ist als der Speicher - so wird verhindert, dass die Anlage nachts Wärme abgibt statt aufzunehmen. Der Speicher ist das Herzstück, weil er die zeitliche Lücke zwischen Sonneneinstrahlung und Verbrauch überbrückt.
Flachkollektor und Vakuumröhrenkollektor
Der Flachkollektor besteht aus einem gedämmten Gehäuse mit Absorberblech unter einer Glasabdeckung. Er ist günstig, langlebig und für die Warmwasserbereitung meist ausreichend. Der Vakuumröhrenkollektor arbeitet mit evakuierten Glasröhren, wodurch die Wärmeverluste geringer ausfallen. Er liefert bei Kälte und diffusem Licht mehr Ertrag und braucht weniger Fläche, ist dafür teurer und empfindlicher.
Warmwasser oder Heizungsunterstützung
Bei der reinen Trinkwassererwärmung wird die Anlage so ausgelegt, dass sie im Sommer den Bedarf weitgehend allein deckt. Der solare Deckungsgrad über das Jahr liegt dabei typischerweise zwischen fünfzig und siebzig Prozent. Bei der Heizungsunterstützung kommen größere Kollektorflächen und ein Kombispeicher hinzu. Der zusätzliche Beitrag zur Raumwärme fällt allerdings genau dann gering aus, wenn er am meisten gebraucht würde - im Dezember und Januar.
Auslegung und Speichergröße
Als Richtwert für die Warmwasserbereitung gelten etwa ein bis eineinhalb Quadratmeter Flachkollektorfläche je Person und ein Speichervolumen von rund fünfzig bis achtzig Litern je Person. Bei Heizungsunterstützung vervielfachen sich beide Werte. Zu groß ausgelegte Anlagen geraten im Sommer in Stagnation, wenn die Wärme nicht abgenommen wird - das belastet die Anlage und bringt keinen Nutzen.
Einordnung im Gebäudeenergiegesetz
Solarthermie zählt zu den erneuerbaren Energien und kann zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen an neue Heizungen beitragen. In der Praxis wird sie meist mit einem zweiten Wärmeerzeuger kombiniert, weil sie die Grundlast im Winter nicht allein tragen kann. Als Maßnahme an der Anlagentechnik ist sie zudem über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig.
Konkurrenz zur Photovoltaik
Beide Technologien beanspruchen dieselbe Dachfläche. Solarthermie erzielt je Quadratmeter einen höheren Energieertrag, liefert aber ausschließlich Wärme und lässt sich nicht ins Netz einspeisen. Photovoltaik ist vielseitiger, weil der Strom im Haushalt, für eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto genutzt werden kann. Bei begrenzter Dachfläche fällt die Entscheidung daher zunehmend zugunsten der Photovoltaik aus. Wie sich die Anlagentechnik auf den Immobilienwert auswirkt, ordnen wir als Immobilienmakler in Göppingen gern für dich ein.
Fazit
Solarthermie erzeugt Wärme statt Strom und deckt bei richtiger Auslegung einen Großteil des Warmwasserbedarfs. Entscheidend sind Kollektorart, Dachausrichtung und vor allem die Speichergröße. Bei knapper Dachfläche konkurriert sie mit der Photovoltaik, die sich flexibler nutzen lässt. Fragen zu deiner Immobilie? Schreib uns über das Kontaktformular.







