Wie viel Grundsteuer in Göppingen fällig wird, lässt sich nicht pauschal beziffern - sie hängt an drei Größen: der Fläche deines Grundstücks, dem amtlichen Bodenrichtwert und dem Hebesatz der Stadt. Seit der Reform 2025 gilt in Baden-Württemberg ein eigenes Modell, in dem das Gebäude keine Rolle mehr spielt.
Das Bodenwertmodell in Baden-Württemberg
Während der Bund ein Modell aus Grundstückswert, Gebäudeart und Mieteinnahmen anwendet, hat Baden-Württemberg von der Öffnungsklausel Gebrauch gemacht und das modifizierte Bodenwertmodell eingeführt. Bemessungsgrundlage ist allein der Bodenwert, also Grundstücksfläche multipliziert mit dem Bodenrichtwert. Ob auf dem Grundstück eine kleine Hälfte eines Doppelhauses oder eine große Villa steht, ändert an der Steuer nichts. Das entlastet große Häuser auf kleinen Grundstücken und belastet kleine Häuser auf großen Grundstücken.

Die Rechnung in drei Schritten
Zuerst wird der Grundsteuerwert gebildet: Grundstücksfläche mal Bodenrichtwert. Darauf wendet das Finanzamt die Steuermesszahl an, die in Baden-Württemberg bei 1,3 Promille liegt. Wird das Grundstück überwiegend zu Wohnzwecken genutzt, ermäßigt sich diese Zahl um dreissig Prozent auf 0,91 Promille. Das Ergebnis ist der Grundsteuermessbetrag. Im dritten Schritt multipliziert die Stadt Göppingen diesen Betrag mit ihrem Hebesatz - und daraus ergibt sich die Jahressteuer.

Wo du deine konkreten Werte findest
Den Bodenrichtwert für dein Grundstück rufst du kostenfrei über das Bodenrichtwertinformationssystem des Landes Baden-Württemberg ab. Die Grundstücksfläche steht im Grundbuchauszug und in der Flurkarte. Den aktuellen Hebesatz legt der Gemeinderat in der Haushaltssatzung fest, weshalb er sich ändern kann - er ist beim Steueramt der Stadt oder in der veröffentlichten Satzung einsehbar. Mit diesen drei Zahlen lässt sich die Steuer selbst nachrechnen.

Warum die Belastung sich 2025 verschoben hat
Die Kommunen sollten die Reform aufkommensneutral umsetzen, also insgesamt nicht mehr einnehmen als vorher. Weil sich die Bemessungsgrundlage aber komplett geändert hat, verschiebt sich die Last zwischen den Eigentümern. Wer ein großes Grundstück in einer Lage mit hohem Bodenrichtwert hält, zahlt in Göppingen wie überall im Land tendenziell mehr als vorher. Wer eine Eigentumswohnung mit kleinem Miteigentumsanteil am Grundstück besitzt, zahlt oft weniger. Eine allgemeine Aussage über Steigerung oder Senkung gibt es deshalb nicht.
Was Mieter und Vermieter beachten müssen
Die Grundsteuer gehört zu den umlagefähigen Betriebskosten und darf über die Nebenkostenabrechnung an Mieter weitergegeben werden. Ändert sich der Betrag durch die Reform, wirkt sich das also direkt auf die Warmmiete aus. Vermieter sollten den neuen Bescheid deshalb zeitnah in die Abrechnung übernehmen, Mieter ihn im Zweifel anfordern. Steuerschuldner bleibt in jedem Fall der Eigentümer, der zum 01. Januar im Grundbuch steht.

Praxistipp: Den Bescheid des Finanzamts prüfen
Der Hebel liegt nicht beim Bescheid der Stadt, sondern beim Grundsteuerwertbescheid des Finanzamts. Nur dort werden Fläche und Bodenrichtwert festgestellt. Ist die Fläche zu gross angesetzt oder wurde eine falsche Bodenrichtwertzone herangezogen, wirkt der Fehler auf jedes kommende Jahr. Die Stadt übernimmt diese Werte ungeprüft, ein Einspruch bei ihr läuft daher ins Leere. Als Immobilienmakler in Göppingen sehen wir uns diese Bescheide bei jeder Vermarktung an.
Fazit: Wie viel Grundsteuer zahlt man in Göppingen
Die Grundsteuer ergibt sich aus Grundstücksfläche mal Bodenrichtwert mal Steuermesszahl mal städtischem Hebesatz. In Baden-Württemberg zählt nur der Boden, nicht das Gebäude, und für Wohnnutzung gilt ein Abschlag von dreissig Prozent auf die Messzahl. Den aktuellen Hebesatz veröffentlicht die Stadt in ihrer Haushaltssatzung.
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